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Unlängst wurde in der Sendung Kontext von Radio SRF2 Kultur das Wegwerfen von Büchern thematisiert. Es ist eine leidige Tatsache, dass immer mehr Bücher weggeworfen werden. Pessimisten werden als Grund dafür die neuen Medien sowie die lesefaule Jugend erkennen. Wenn es dafür noch ein grelles Stichwort braucht, liesse sich der «Bibliozid» ins Feld führen.
«Darf man das?» lautete die bewegende Frage. Unterschwellig gefolgt von einer zweiten: Läutet dieser «Tabubruch» das Ende des Buchzeitalters ein, der gänzliche Verlust des Respekts vor einem sinnstiftenden kulturellen Medium? Wie schon einmal an dieser Stelle geschrieben, ist die Unschuld längst früher verloren gegangen: mit der Industrialisierung der Literatur, die Hegel schon 1820 beklagte, und mit der Überproduktion im Buchmarkt, die nicht nur Lesemuffel überfordert. Ein paar Zahlen können letztere belegen. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Buchproduktion rasant entwickelt:
1960: CH: 4'932 / D: 22'524
1980: CH: 7'815/D: 67'176
2000: CH: 10'904/D: 82'936
2014: CH: 12'711/D: 93'600 (2013)
(Quelle: Bundesamt für Statistik/Börsenverein des Deutschen Buchhandels)
«Fifty Shades of Grey» ist auch für Buchantiquare und Brockenhäuser mittlerweile zum «Tabu» geworden. Auch vor den immer wieder neu aufgelegten «Büchern der Rekorde» können sie sich kaum erwehren. Sage da noch jemand, digitale Bücher hätten nicht Qualitäten! Wer also über weggeworfene Bücher spricht, muss zuerst das Buch vom Buch unterscheiden. «Gute Literatur» in Ehren, unter dem Begriff Buch läuft heute aber auch allerlei Ramsch, der vornehmlich zum Zweck des schnellen Verbrauchs auf den Markt geworfen wird.
Apropos Buchvernichtung: Selbst die Kirche hat in der Geschichte davor nicht zurückgeschreckt.
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